Jahreshauptversammlung 2020

So voll war Kappeln noch nie...

 Artikel von Rebecca Nordmann aus der Ausgabe vom 10./11. Oktober 2020 im Schlei-Boten.

Während die Corona-Pandemie dem landesweiten Tourismus schwer zugesetzt hat (wir berichteten), scheint Kappeln dabei glimpflicher davon gekommen zu sein. Der örtliche Touristikverein jedenfalls vermeldete am Donnerstagabend vor rund 45 anwesenden Mitgliedern bemerkenswerte Zahlen vor allem für die Monate August und September, und auch der Oktober lässt sich demnach vielversprechend an. Der Vereinsvorsitzende Ingwer Hansen gab sich durchweg zuversichtlich: „Ich bin sicher, dass wir bis zum Jahresende die 400 000-Euro-Marke beim Umsatz deutlich übertreffen.“

Das Jahr 2019 verdiente nach Hansens Worten den Stempel „normal“. Der Verein habe seine Radtouren angeboten, zu Grillabenden geladen, Kinderaktionen bereitgehalten. Zudem sei die Zusammenarbeit mit dem Verein Ferienland Ostsee/Geltinger Bucht intensiviert worden. Sichtbarstes Zeichen bislang: das gemeinsame Gastgeberverzeichnis, das bis 2019 als Wendekatalog und dann erstmals als ein in sich geschlossenes Reisemagazin erschien. Hansen: „Was viele von uns anfangs als unmöglich angesehen haben, ist jetzt ein Erfolgsmodell.“ Für Gleiches hielt er das Online-Buchungssystem, das mittlerweile 69 Vermieter mit 134 Quartieren nutzen.

Allerdings: Nichts davon konnte den Verein vor dem Shutdown im Frühjahr schützen. „Vor allem in der Zeit von März bis Mai haben wir gelitten“, sagte Hansen. Urlauber durften lange nicht einreisen, Ferienunterkünfte blieben während der sonst so wichtigen Ostertage leer. „Aber“, fuhr Hansen fort, „wir haben mächtig aufgeholt. Verlorengegangenes haben wir eingeholt und uns inzwischen längst übertroffen.“

Und der Vorsitzende untermauerte diese Ansage mit Zahlen: Demnach habe der Verein 2018 im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Oktober einen Gesamtumsatz von 101 000 Euro generiert, 2019 im gleichen Zeitraum 292 000 Euro (unter anderem deshalb, weil 2019 im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Unterkünfte online buchbar wurden) und im aktuellen Jahr bereits 390 000 Euro. Und in diesem Jahr spiele das Reiseverhalten der Menschen eine erheblich größere Rolle als der Anstieg an Online-Quartieren.

Gesteigert hat sich auch die Zahl der Übernachtungen: Vor allem im Zeitraum von Juli bis Oktober übertrifft das laufende Jahr das Vorjahr beträchtlich, das ging aus einer Grafik hervor, die Ingwer Hansen den Vereinsmitgliedern präsentierte. Jeweils vom 1. Januar bis 31. Oktober hatte der Verein demnach im vergangenen Jahr 8700 Übernachtungen online registriert, in diesem Jahr bereits knapp 12 000. „Und ich glaube, dass die Zahl noch höher liegt, weil viele Gäste direkt beim Vermieter buchen und nicht über unser System“, sagte Hansen. Und bei der Berechnung der Wertschöpfung, die der Vereinsvorsitzende auf den Tisch legte, nannte er als defensiven Ansatz einen Betrag von 13,5 Millionen Euro im laufenden Jahr, den die Gäste des Touristikvereins nach Kappeln tragen würden.

Nach all dem – trotz Pandemie – Positiven in der Gegenwart, warf Ingwer Hansen schließlich einen Blick in die Zukunft. „Wenn wir wachsen wollen, dann nur in der schlechteren Jahreszeit“, sagte er. Während der Sommermonate und auch jetzt während der Herbstferien sei die Stadt bereits voll – „und so voll wie in diesem Jahr war Kappeln noch nie“, sagte Hansen. Die touristische Stärkung der kälteren Jahreszeit soll deshalb der Ansatz sein, der mit dem Geltinger Verein intensiver erarbeitet werden soll.

Ingwer Hansen betonte dabei die Ergänzung der beiden Vereine, von denen Gelting den Schwerpunkt Natur und Kappeln den Schwerpunkt städtisches Einkaufsflair bediene. Er sah darin – und in dem Umstand, dass man, etwa bei der Vermarktung, auch viel Geld sparen könne – eine Chance, eventuell aus zwei Vereinen einen zu machen und wollte dazu ein Stimmungsbild seiner Mitglieder einfangen. Deren Votum sei, das stellte er mehrfach heraus, am Ende entscheidend. Von den anwesenden Mitgliedern sperrte sich hörbar keines, was der Vorsitzende als Arbeitsauftrag für sich und seinen Vorstand auffasste.

 

 

von links nach rechts: Berit Schneider, Ingwer Hansen, Andreas Waide, Simone Röhling, Anja Fuge, Arne Jacobsen, Anika Sander Foto: R.Nordmann

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